Dank an die spezialisierte Palliative Care von Viva Luzern.

Ende September lud Viva Luzern Gäste und die Öffentlichkeit zum zehnjährigen Bestehen der spezialisierten Palliative-Care-Abteilung ein. Interne und externe Referierende gaben einen Einblick in ihre tägliche Arbeit, die für Aussenstehende nicht weniger alltäglich sein könnte.

«Eine Lebensschule für Angehörige», beginnt Rolf Meyer sein ganz persönliches Erlebnis mit der spezialisierten Palliative Care von Viva Luzern im Betagtenzentrum Eichhof, wo seine Frau an ihrem Lebensende betreut wurde. Etwas über 100 Menschen folgen am vergangenen Freitagabend unter anderem seinen Ausführungen. Die spezialisierte Palliative-Care-Abteilung zelebrierte ihr zehnjähriges Bestehen und begrüsste hierzu geladene Gäste und die Öffentlichkeit. Die Mitarbeitenden der spezialisierten Palliative Care im Viva Luzern Eichhof betreuen Menschen, die an einer fortschreitenden und unheilbaren Krankheit leiden, sich mit dem Lebensende vorausschauend auseinandersetzten oder sich in der letzten Phase ihres Lebens befinden. Ziel der Disziplin ist es, bei Patienten Symptome wie Schmerzen zu lindern und Lebensqualität zu schaffen. Interne und externe Referierende gaben einen Einblick in ihre tägliche Arbeit, die für Aussenstehende nicht weniger alltäglich sein könnte.

Lebensqualität im letzten Lebensabschnitt
Wie aber gewährleistet man Lebensqualität, wenn die eigene Endlichkeit so nah ist? Monika Tröger, Leiterin ärztliche Dienste Viva Luzern, und Petra Kägi, Teamleiterin spezialisierte Palliative Care, betonen in ihren Referaten, dass auf der Abteilung die Lebensfreude nicht zu kurz kommt. So individuell wie Menschen leben, so möchten sie auch von der Welt gehen. Die individuelle Pflege der spezialisierten Palliative Care kommt dem entgegen: Unabhängig davon, ob ein Patient den ganzen Tag einen speziellen Song hören möchte oder sich ein letztes Festmahl wünscht – für die Mitarbeitenden der Palliative Care ist schier kein Wunsch unerfüllbar. Elsbeth Wandeler, Vizepräsidentin Verwaltungsrat Viva Luzern, greift den Gedanken der Individualität ebenfalls auf und zieht den Vergleich zwischen Tod und Geburt. So wie werdende Familien zwischen vielen Angeboten wählen – von der Geburt zuhause über das Geburtshaus bis zum Spital – so soll uns diese Wahlfreiheit auch beim Tod gegeben sein. In diesem Zusammenhang gelte es für Leistungserbringer wie Viva Luzern, die Finanzierung des Angebots im Sinne der Betroffenen politisch zu verhandeln und damit seinen wertvollen Fortbestand zu sichern.

Dank an das Team der Spezialisierten Palliative Care
Als «Insel in der Palliativlandschaft» bezeichnet Dr. med. Beat Müller das Angebot von Viva Luzern. Der leitende Arzt der Palliative Care des Luzerner Kantonsspitals (LUKS) bettete Viva Luzern ins Gesundheitswesen der Zentralschweiz ein. So verfügt Viva Luzern als einzige Zentralschweizer Organisationen in der Langzeitpflege über eine spezialisierte Palliative Care und schloss damals mit seiner Entstehung eine Lücke in der Versorgungskette. «Pionierarbeit» habe man damals vor zehn Jahren beim Aufbau geleistet, erzählte die damalige Abteilungsleiterin der Palliative Care, Susanne Imfeld. Mit der Anbindung ans Tumorzentrum des LUKS wurde die Palliative Care von Viva Luzern durch die Deutsche Krebsgesellschaft zertifiziert, womit der Abteilung ein hoher Qualitätsstandard durch eine externe Stelle attestiert wird.

Alle Referate waren geprägt von einer tiefen Dankbarkeit für das Leben in vollen Zügen und das würdige Sterben. Aber auch vom Dank an die Mitarbeitenden der spezialisierten Palliative Care. Rolf Meyer fasste treffend zusammen: «Vielleicht stehen sie nicht so häufig in der Zeitung, wie es ihnen gebührt. Aber für mich sind sie alle barmherzige Helden.»